Im Namen des Herrn? Drucken

"Säen und Ernten in Zeiten von Hunger und Überfluss"

24.06.2010. Werbeveranstaltung der KWS in der St. Johannis Kirche Göttingen

Tief erschüttert und entsetzt wurde ich, auf oben genannter Veranstaltung Zeuge, wie es in Göttingen die evangelische Kirche dem Saatgut Konzern KWS ermöglichte eine Propagandaveranstaltung für die risikoreiche Agro-Gentechnik abzuhalten - verpackt unter dem Deckmantel der humanitären Hilfe! Schamlos nutzte Dr. Henning von der Ohe, Leiter der Unternehmensentwicklung & Kommunikation der KWS Saat AG, die ihm gebotene Plattform aus, um in stark vereinfachter Art und Weise sich und seinen Arbeitgeber als unschuldig und dem Wohle der Menschheit dienend darzustellen. In diesem Sinne pries er die Agro-Gentechnik als Heilsversprechen für die Hungernden, da eben diese einen großen Beitrag zur Lösung des Welthungerproblems leisten könne.

Leider erwähnte nur kurz wenige Punkte der wahren Ursachen und forderte die Politiker auf, für eine gerechte Verteilung der Nahrung zu sorgen. Er vergaß er bei der vermeintlichen Ertragssteigerung zu erwähnen, dass der Ertragszuwachs bei gentechnisch veränderten Pflanzen und konventionell gezüchteten gleich ist und, dass das Merkmal für die Ertragssteigerung bei den gv-Pflanzen durch konventionelle Züchtung erreicht wurde.

Er verspricht Klimapflanzen, die gegen Kälte oder Trockenheit resistent sein sollen, verschweigt aber, dass über 90 % der gv Pfanzen lediglich selbst Insektengifte produzieren oder resistent gegen Spritzmittel sind.
Herr von der Ohe sah weiterführend die Finanzkrise als eine Krise der Werte und betonte diesbezüglich, dass bei der KWS hingegen Werte und Moral eine große Rolle spielten – genau so wie es bei Aktien-Gesellschaften und international operierenden Konzernen eben Usus ist. Er vergaß jedoch zu erwähnen, dass sein Unternehmen bis heute kein einziges Risiko der so genannten „Grünen Gentechnik“ zugibt, alle bisherigen Studien, die bereits jetzt Negativfolgen belegen z.B. Unfruchtbarkeit bei Tieren, für unwissenschaftlich hält und überdies real geschädigte Landwirte als Lügner diffamiert.
Nur über Koexistenz bzw. die unvermeidbare Auskreuzung auf benachbarte Flächen wollte er "aus Zeitgründen" nicht sprechen. Das verwundert nicht, da die Verunreinigung anderer Bewirtschaftungsformen durch genmanipulierte Organismen das Einzige ist, was er nach Jahrzehnten nun auch nicht mehr abstreitet.
Von der Ohe forderte, dass anstatt genmanipuliertes Futtermittel aus Amerika zu importieren, lieber in Deutschland Gentechnik auf den Äckern wachsen solle. Hierbei vernachlässigte, dass es jedem deutschen Landwirt möglich ist gentechnikfreies Futter zu beziehen, sowie natürlich auch selbiges hier anzubauen.
Zum Schluß forderte Herr von der Ohe die zahlreichen Zuhörer auf mit ihm zu beten, auf dass die Politiker Rahmenbedingungen schaffen, die der Gentechnik die Pforten öffnen. Wir alle sollten jetzt den Samen legen, damit niemand mehr hungern müsse. Ein Schlag ins Gesicht für "Brot für die Welt" und die 400 Wissenschaftler des Welt-Agrarbericht, die bewiesen, dass die „Grüne Gentechnik“ keine Lösung für den Welthunger ist, sondern die bestehenden Probleme nur noch verstärkt.
Einzig Herrn von der Ohe`s Wunsch, jeder möge sein persönliches Wissen hierüber mehren, kann ich mich anschließen, denn wenn sich jeder über die Gefahren und Schäden der Agro-Gentechnik informieren würde, dann gäbe es gar keine Gentechnik mehr auf den Äckern.

 

Bewahre und behüte uns Gott vor skrupellosen Geschäftemachern, vor allem in der Kirche!

 

Sonja Jakob, Sprecherin der BI für ein gentechnikfreies Südniedersachsen