Protest während der Hauptversammlung der KWS Saat AG, am 17.12.2009 Drucken

Philip v. d. Bussche, Vorstandssprecher, als Wohltäter für alle!!

Während vor den Toren der KWS noch gesunde weihnachtliche Gaben von Gentechnik-Kritikern gereicht wurden und ein 132 Quadratmeter großes Banner "AGRO-GENTECHNIK, PROFIT FÜR WENIGE - RISIKO FÜR ALLE" verkündete, versuchten die Verantwortlichen der KWS drinnen den Aktionären sowie der Presse die Agro-Gentechnik schmackhaft zu machen.
Philip v. d. Busche, Vorstandssprecher der KWS, sprach von einer Wohlfahrtsstiftung für alle, anstatt eines Profits für wenige (unglaublich!!).

Wo hat er dabei die 75 % der Bevölkerung mit bedacht, die keine Gentechnik auf Acker und Teller haben wollen? Wie kann er vom Erhalt der Wohlfahrt für unsere Gesellschaft sprechen, wenn es beim Verzehr von gentechnisch veränderten Lebensmitteln überhaupt keine Studien beim Menschen gibt, bei Fütterungsversuchen mit Tieren jedoch Organveränderungen und Unfruchtbarkeit in Studien erwiesen wurden?

Kritische Begleitung der Versammlung gab es durch eine Gruppe Witzenhäuser Agar- Studenten. Gemeinsam mit Landwirten und Gärtnern, der Bürgerinitiative für ein gentechnikfreies Südniedersachsen sowie dem Bündnis für ein gentechnikfreies Niedersachen, Hamburg, Bremen hatten sich die angehenden Agrarwissenschaftler einiges einfallen lassen. Neben kritischen Redebeiträgen und einer Mahnwache vor den Toren der KWS, trug ein Chor während der Versammlung kreativ umgedichtete Weihnachtslieder vor. Die Aktionäre wurden zum Erhalt einer artenreichen, unverfälschten Natur für ihre Kinder ermuntert und zur Nein-Stimmung bei einigen TOP`s der Versammlung. Die Lieder wurden mit regem Beifall von den Aktionären bedacht.

Zum besonderen Profil der KWS Saat AG gehört zweifellos die Dreigleisigkeit ihrer Produkte: Neben konventionellem und biologischem Saatgut, ist die KWS führend, mit ihren gentechnisch veränderten Zuckerrüben. Dieses Geschäftskonzept ist höchst widersprüchlich, da sich die konventionelle und biologische Landwirtschaft langfristig dem Diktat der Gentechnik unterwerfen müsste. "Auf verschiedenen Wegen kommt es zur Kontaminierung von Lebensmitteln und Saatgut“ sagt Christian Bayer, einer der Aktivisten und kritischer Aktionär der KWS.
Die Studenten, Landwirte, Gärtner und Imker sehen sich durch die Agro-Gentechnik in ihrer Existenz bedroht und um ihre Zukunft betrogen.
Besonders bedenklich sei auch die Tatsache, dass zwar Alternativen für eine gentechnikfreie Landwirtschaft existieren, aber staatlich – im Gegensatz zur Gentechnik – nicht gefördert werden. Auch die KWS Saat AG hätte eine solche Alternative „in petto“: der „behaarte Mais“. Durch Haare auf dem Stängel wird diese Maissorte resistent gegen den gefürchteten Schädling Maiszünzler – zunehmend ein unlösbares Problem im Maisanbau, das den Einsatz der Gentechnik in Form des „Bt-Mais“ rechtfertigen soll. Zur Veredelung und Erforschung des „behaarten Mais“ hingegen, so die KWS, stünden von Seiten des Staates keine Gelder zur Verfügung und der Konzern selbst scheint kein weiteres Interesse an dieser alternativen Maissorte zu verfolgen. Für Kritiker ist dieser Vorgang völlig unverständlich.

Bei Herr v. d. Bussche`s Aussage, es würden bei der gentechnischen Manupulation nur Gene verwendet, die auch in der Natur vorkämen, vergaß er zu erwähnen, dass dabei aber keine Artgrenzen eingehalten werden. In der Natur kreuzen sich keine Tier- und Menschengene und Pflanzen nehmen keine Spritzmitteltolleranz- oder Tiergene in sich auf.

Er gab zu, dass eine Koexistenz von gentechnisch veränderten und konventionellen Pflanzen nicht möglich ist. Wie möchte er dann die Wohlfahrt all derer garantieren, deren Ernten durch Kontamination unverkäuflich werden und deren durch Pollen verseuchter Honig auf dem Müll entsorgt werden muß? Würde er sich ausführlich über all die bisher aufgetretenen Schäden durch die Agro-Gentechnik informieren, würde er nicht mehr gelassen sondern höchst beunruhigt sein. Wenn er meint, das Risiko wäre nicht für alle, vielleicht sollte er es dann allein übernehmen?

Bis jetzt gibt es auf der ganzen Welt keine einzige Versicherung, die ein Risiko durch gentechnisch veränderte Pflanzen versichern will.
Herr v. d. Bussche sollte er seine Aussage überdenken und in „Wohlfahrt für wenige“ umändern.